AOK PLUS Jahresergebnis: Überschuss 2025, aber weiter Druck auf GKV-Finanzen
Das AOK PLUS Jahresergebnis für 2025 fällt positiv aus. Die Gesundheitskasse hat das Geschäftsjahr in der Krankenversicherung mit einem Überschuss von rund 244 Millionen Euro abgeschlossen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates zur Jahresrechnung 2025 deutlich.
Den Einnahmen von etwa 17,5 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 17,3 Milliarden Euro gegenüber. Trotz des positiven Abschlusses sieht die AOK PLUS keine Entspannung bei der finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Überschuss entspreche rechnerisch nur etwas mehr als fünf Tagen Gesundheitsversorgung. Damit bleibe der finanzielle Spielraum begrenzt.
AOK-PLUS-Vorständin Ilona Wojnowski erklärte, das Ergebnis zeige einerseits, dass die Kasse verantwortungsvoll und stabil wirtschafte. Andererseits dürfe daraus nicht geschlossen werden, dass die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung gelöst seien. Die Ausgaben stiegen weiterhin in nahezu allen Leistungsbereichen deutlich.
Zum 1. Januar 2025 hatte die AOK PLUS den Zusatzbeitrag von 1,8 auf 3,1 Prozent erhöht. Dadurch nahmen die Einnahmen aus Zusatzbeiträgen um rund 1,2 Milliarden Euro zu. Zusätzlich erhielt die Kasse höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Gleichzeitig wuchsen die Gesamtausgaben gegenüber dem Vorjahr um rund eine Milliarde Euro auf 17,3 Milliarden Euro.
Die Leistungsausgaben je Versicherten stiegen um 7,1 Prozent. Besonders hohe Kostensteigerungen verzeichnete die AOK PLUS unter anderem bei Krankenhausbehandlungen, Arzneimitteln, Heilmitteln, ärztlicher Behandlung, Fahrtkosten und häuslicher Krankenpflege. Allein für Krankenhäuser wurden rund 5,4 Milliarden Euro ausgegeben. Damit entfiel etwa jeder dritte Euro der Leistungsausgaben auf diesen Bereich. Die Arzneimittelausgaben lagen bei rund 2,9 Milliarden Euro, die Heilmittelausgaben bei rund 902 Millionen Euro.
Der Verwaltungsrat bewertet das AOK PLUS Jahresergebnis ebenfalls als Zeichen soliden Wirtschaftens, sieht darin aber zugleich ein Warnsignal. Arbeitgeber- und Versichertenseite fordern eine faire Lastenverteilung sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen. Kritisiert wird insbesondere, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben nicht dauerhaft über Krankenkassenbeiträge finanziert werden sollten.
Die AOK PLUS verweist dabei auf die politische Diskussion um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Aus Sicht der Gesundheitskasse reichen die bisherigen Planungen nicht aus, wenn das Paket im parlamentarischen Verfahren abgeschwächt wird oder einzelne Leistungsbereiche von Einsparungen ausgenommen werden.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt die AOK PLUS in Sachsen und Thüringen stark verankert. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 3,5 Millionen Menschen bei der Gesundheitskasse versichert. Der Marktanteil unter den gesetzlich Versicherten liegt weiterhin bei rund 57 Prozent. Damit ist mehr als jeder zweite gesetzlich Versicherte in Sachsen und Thüringen bei der AOK PLUS.
Für das Jahr 2026 umfasst das Haushaltsvolumen der AOK PLUS insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Davon entfallen 18,5 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung, 4,4 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung und 609 Millionen Euro auf den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen.