IG BAU fordert faire Rente für Bauarbeiter im Altenburger Land

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, kurz IG BAU, fordert eine stärkere Berücksichtigung körperlich harter Arbeit bei der Rentenpolitik. Im Mittelpunkt steht die Rente für Bauarbeiter und andere Beschäftigte, die über viele Jahre schwere körperliche Tätigkeiten ausüben.
Nach Angaben der Arbeitsagentur sind von rund 830 Bauarbeitern im Landkreis Altenburger Land nur etwa 30 Beschäftigte älter als 63 Jahre. Für die IG BAU Thüringen zeigt diese Zahl deutlich, wie belastend die Arbeit auf dem Bau ist.
„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Ralf Eckardt, Vorsitzender der IG BAU Thüringen. Aus Sicht der Gewerkschaft erreichen viele Beschäftigte auf dem Bau gesundheitlich nicht das reguläre Rentenalter.
Eckardt kritisiert deshalb die aktuellen rentenpolitischen Überlegungen und fordert bessere Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand. Eine faire Rente für Bauarbeiter müsse den körperlichen Belastungen im Berufsleben Rechnung tragen. Die IG BAU spricht sich dabei für einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“ für besonders belastete Berufsgruppen aus.
Betroffen seien nach Ansicht der Gewerkschaft nicht nur Beschäftigte auf dem Bau. Auch in der Land- und Forstwirtschaft, in der Gebäudereinigung sowie im Garten- und Landschaftsbau gebe es viele Tätigkeiten, die körperlich stark beanspruchen. Die heimischen Bundestagsabgeordneten aus dem Altenburger Land und der Region fordert die IG BAU Thüringen deshalb auf, in Berlin „Renten-Rückgrat“ zu zeigen.
Kritisch sieht die Gewerkschaft auch mögliche Änderungen bei der Rente mit 63. Gerade für viele Babyboomer wäre eine Abschaffung nach Ansicht der IG BAU ein Eingriff in die Lebensplanung. Im Landkreis Altenburger Land gebe es rund 14.900 Babyboomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.
Viele dieser Beschäftigten hätten jahrzehntelang gearbeitet und 45 Jahre Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt. Ihnen kurz vor dem Ruhestand die bisherige Möglichkeit einer früheren Rente zu nehmen, würde aus Sicht von Ralf Eckardt Vertrauen in die Politik und in den Staat beschädigen.
Ein weiterer Punkt ist das Rentenniveau. Die IG BAU Thüringen fordert, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fällt. Langfristig müsse es aus Sicht der Gewerkschaft wieder auf mindestens 53 Prozent steigen.
Mit ihrer Forderung macht die IG BAU deutlich, dass sie die Rentenpolitik nicht nur als finanzielle Frage versteht. Es gehe auch um Anerkennung für Menschen, die über Jahrzehnte körperlich hart gearbeitet haben. Besonders im Altenburger Land, wo Bau, Handwerk und gewerbliche Arbeit für viele Familien eine wichtige Rolle spielen, sei das Thema von großer Bedeutung.