Bürgerbefragung im Altenburger Land: 71 Prozent mit eigener Lebenssituation zufrieden

71 Prozent der Befragten im Altenburger Land sind mit ihrer eigenen Lebenssituation zufrieden. Deutlich kritischer fällt dagegen der Blick auf die Region und deren Zukunft aus. Das zeigen die Ergebnisse einer Bürgerbefragung, die vom 9. Mai bis 8. Juni 2026 im Rahmen eines Modellvorhabens des Landkreises durchgeführt wurde.

An der Befragung nahmen 511 Personen vollständig teil. Damit wurde nach Angaben des Landkreises die Mindestanforderung für ein repräsentatives Ergebnis erreicht. Unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite seien die Ergebnisse auf die Bevölkerung des Landkreises übertragbar.

Die Untersuchung ist Bestandteil des Modellvorhabens „Absorptionsfähigkeit von Fördermitteln in strukturschwachen Räumen stärken“. Dabei geht es darum, Kommunen, Unternehmen und Institutionen besser in die Lage zu versetzen, vorhandene Förderprogramme zu nutzen.

Weltpolitische Lage wird deutlich negativer wahrgenommen

80 Prozent der Befragten nennen die weltpolitische Lage als negativen Einflussfaktor auf ihre persönliche Lebenssituation. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies laut Landkreis einem sprunghaften Anstieg um 47 Prozent.

Inflation und Preissteigerungen bleiben ebenfalls wichtige Themen. Auch Bundespolitik und wirtschaftliche Entwicklung werden zunehmend negativ wahrgenommen.

Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass sich ihre persönliche Lebenssituation in den vergangenen zwei Jahren nicht verändert habe. 40 Prozent berichten dagegen von einer Verschlechterung.

Etwa die Hälfte blickt pessimistisch auf die eigene Zukunft. Jüngere Befragte zeigen sich dabei tendenziell etwas optimistischer als ältere.

Region wird kritischer beurteilt

Während 71 Prozent mit ihrer persönlichen Lebenssituation zufrieden sind, trifft dies bei der Situation im Altenburger Land nur auf 52 Prozent zu.

Zwei von drei Befragten beurteilen die Zukunft der Region pessimistisch. Ein reichliches Drittel blickt optimistisch auf die weitere Entwicklung. Im Vergleich zum Lausitzer Revier und zum gesamten Mitteldeutschen Revier sei der Pessimismus im Altenburger Land weiterhin überdurchschnittlich ausgeprägt.

Den Strukturwandel nehmen lediglich 14 Prozent als positiven Einflussfaktor für die Region wahr. Den größten Handlungsbedarf sehen die Befragten bei wirtschaftlichen Faktoren.

Als Stärken des Altenburger Landes werden dagegen das soziale Umfeld mit der Nähe zu Familie und Freunden, Natur und Naherholung sowie das wachsende Kulturangebot genannt. Besonders deutlich ist die Zufriedenheit mit Kulturveranstaltungen gestiegen.

Tourismus entwickelt sich zur Stärke des Altenburger Landes

Eine besonders positive Entwicklung zeigt die Befragung beim Tourismus. 2023 bewerteten 42 Prozent das Altenburger Land positiv als Urlaubsziel, 2026 sind es 60 Prozent.

Ein Viertel der Befragten ist der Ansicht, dass sich das touristische Angebot innerhalb der vergangenen zwei Jahre verbessert hat. Mehr als die Hälfte würde das Altenburger Land aktiv weiterempfehlen.

Bei wahrgenommenen touristischen Angeboten wurden besonders das Theater, die geplante Spieleerlebniswelt Yosephinum, Aktivitäten rund um das Residenzschloss und Lindenau-Museum Altenburg sowie Bauernmarkt und Burg Posterstein genannt.

Mit dem Altenburger Land verbinden die Befragten vor allem Kultur, Skat, die historische Altstadt und die vielfältige Hügellandschaft.

Gäste bewerten das Altenburger Land laut landesweiter Gästebefragung mit einer Durchschnittsnote von 1,6. Die eigene Bevölkerung beurteilt die Region zurückhaltender.

Das Modellvorhaben wird durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert.

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