Stadt leitet Trendwende bei Geburten ein
Mehr Babys „made in Altenburg“

Alarmierende Zahlen erreichten Oberbürgermeister André Neumann zum Jahreswechsel. Im Standesamt sind im Vorjahr lediglich 424 Geburten registriert worden, dem stehen 1.220 Sterbefälle gegenüber, nur die Stadt betrachtet kommen auf 154 Geburten 574 Sterbefälle. Die Folgen des deutschlandweit zu beklagen-den Geburtenknicks zeigen sich leider auch in Altenburg.
Angesichts dieser eklatanten Diskrepanz setzte das Stadtoberhaupt umgehend eine Arbeitsgruppe ein. Aufgabe der „Task Force Baby Boom“: Erarbeitung eines Maßnahmepakets mit dem Ziel, die Geburtenrate in der Stadt schnellstmöglich zu steigern. Neumanns unmissverständliche Dienstanweisung an die städtischen Bediensteten: Mehr Babys made in Altenburg.
Angesichts des dramatischen Trends legten sich die Mitglieder der Task Force ins Zeug, sodass schon neun Monate (Zeit einer Schwangerschaft) vor Jahresende mit der Umsetzung diverser Maßnahmen begonnen werden kann. Zunächst geht die Altenburger Stadtverwaltung mit einer Reihe beispielgebender Neuerungen voran, die der Oberbürgermeister als Dienstherr von zirka 400 Beschäftigen unkompliziert rasch einführen kann. So werden nur noch Mitarbeiter eingestellt, die eine Familiengründung planen, Karrieristen, die alles der Arbeit unterordnen, sind unerwünscht. Der Clou: Sowohl neue als auch alle anderen Mitarbeiter der Stadtverwaltung können künftig eine Stunde in der Woche während der Arbeitszeit mit ihrem Partner in einem eigens dafür im Rathaus ein-gerichteten Raum das für das Erreichen einer Schwangerschaft Notwendige tun. In dem Raum steht ein Doppelbett, das Licht kann gedimmt werden und es erklingt romantische Musik – die Playlist hat der Oberbürgermeister persönlich erstellt.
Altenburgs Stadtverwaltung will Thüringens familien-freundlichster Arbeitgeber werden. Daher ist es künftig gestattet, Kinder mit zur Arbeit zu bringen. Wird ihnen langweilig, können sie entweder die Diensthandys der Mitarbeiter nutzen oder sich nützlich machen und einfache Tätigkeiten verrichten, etwa Post- und Botengänge, Aufräumarbeiten und das Gießen der Zimmerpflanzen. Finden sich genügend Mitarbeiter, die ihren Nachwuchs regelmäßig, am besten täglich, mit zur Arbeit bringen, soll ein Kinderchor gegründet werden, der den im Einwohnermeldeamt versammelten Bürgern mit kurzweiligen Liedern die Wartezeit versüßt.
Natürlich können die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht allein für eine Trendumkehr in der Geburtenstatistik sorgen. Deswegen sind mit Blick auf die gesamte Stadtbevölkerung eine Reihe weiterer Maßnahmen geplant. Die Music Hall wird künftig zu einer Begegnungsstätte, in der sich Frauen und Männer treffen, die eindeutige Absichten haben. Daher wird sie künftig nur in den Abendstunden und durchgängig an den Wochenenden geöffnet sein, eben dann, wenn sich die Menschen für gewöhnlich den schönen Dingen des Lebens widmen.
Über ein von der Stadt betriebenes Dating-Portal wird die neue „Erotic Hall“, die ehemalige Music Hall in der Altenbourg-Straße, beworben. Der zurzeit kaum genutzte Stillraum im Erlebnisportal am Markt wird künftig Paaren für spontane erotische Begegnungen stundenweise kostenlos zur Verfügung gestellt.
Weitere Maßnahmen, die zum Baby-Boom beitragen sollen: Familien mit Baby haben in allen städtischen Einrichtungen freien Eintritt. Eltern von Zwillingen sind darüber hinaus von allen städtischen Gebühren befreit, auch von Parkgebühren, weswegen die Aufkleber „Baby an Bord“ in Altenburg einen ganz neuen Sinn erhalten. Für Unschlüssige und in sexuellen Dingen Unerfahrene schaltet die Stadtverwaltung ab 1. April eine Hotline. Wer sich unter (03447) 666 666 einwählt, wird kostenlos rund ums Thema Babymachen aufgeklärt. Schließlich wird durch eine Änderung der Gewerbeordnung der Verkauf von Verhütungsmitteln im Stadtgebiet untersagt.