Verkehrsunfälle Thüringen 2025: Weniger Tote, aber mehr Unfälle
Die Verkehrsunfälle Thüringen 2025 zeigen ein widersprüchliches Bild: Insgesamt registrierte die Polizei 51.939 Unfälle, das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Verkehrstoten auf 93 und damit leicht unter das Niveau von 2024.
Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging geringfügig zurück und liegt nun bei 5.897 Fällen. Damit bleibt das Unfallgeschehen insgesamt weiterhin unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.
Junge und ältere Verkehrsteilnehmer im Fokus
Auffällig ist die Entwicklung bei bestimmten Altersgruppen. Sowohl junge Fahrerinnen und Fahrer als auch Menschen über 65 Jahre sind zunehmend an Verkehrsunfällen beteiligt.
- Junge Fahrer: 8.263 Unfälle (2024: 7.837)
- Über 65-Jährige: 13.394 Unfälle (2024: 12.613)
Besonders deutlich: Bei rund der Hälfte der Unfälle waren Beteiligte 75 Jahre oder älter. Der Anteil der von über 65-Jährigen verursachten Unfälle stieg auf 71,3 Prozent.
Mehr Unfälle mit Zweirädern und E-Scootern
Auch bei den Unfallarten gibt es Veränderungen. Die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern stieg auf 1.901 Fälle, ebenso nahmen E-Scooter-Unfälle auf 141 Fälle zu.
Rückläufig sind dagegen:
- Fahrradunfälle: 1.855 Fälle
- Fußgängerunfälle: 673 Fälle
Allerdings starben bei Unfällen mit Fußgängern 14 Menschen, deutlich mehr als im Vorjahr.
Schulwegunfälle und Einfluss von Alkohol
Ein weiterer kritischer Punkt sind die Schulwegunfälle, die auf 48 Fälle angestiegen sind. Erstmals seit zehn Jahren kam dabei wieder ein Schulkind ums Leben.
Positiv ist hingegen der Rückgang bei Alkoholunfällen auf 803 Fälle. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle unter Einfluss anderer berauschender Mittel auf 261 Fälle.
Polizei setzt auf Kontrollen und Prävention
Die Thüringer Polizei will auf diese Entwicklungen reagieren. Geplant sind verstärkte Kontrollen, insbesondere zu Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit und Zweiradsicherheit.
So beteiligt sich die Polizei unter anderem am bundesweiten Aktionstag „sicher.mobil.leben – Zweiräder im Blick“ sowie am ROADPOL-Speedmarathon.
Innenminister Georg Maier betont, dass trotz rückläufiger Todeszahlen weiterhin Handlungsbedarf besteht. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit in Thüringen nachhaltig zu verbessern – auch mit Blick auf neue Mobilitätsformen und steigende Anforderungen im Straßenverkehr.