Beruf und Pflege vereinbaren: Wenn Kollegen zu Lotsen werden
Thüringen. Die Vereinbarkeit von Beruf und familiärer Pflege stellt viele Beschäftigte vor große Herausforderungen. Für Arbeitgeber wird es deshalb immer wichtiger, Mitarbeitende gezielt zu unterstützen und langfristig im Berufsleben zu halten.
Die AOK PLUS bietet gemeinsam mit der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung, kurz ThAFF, ein digitales Schulungsangebot an. Der Kurs „Pflegelotse/-lotsin im Betrieb“ richtet sich an Beschäftigte, die Kolleginnen und Kollegen bei Fragen rund um die Pflege von Angehörigen unterstützen möchten.
Pflegelotsen als erste Ansprechpartner im Unternehmen
Nach Abschluss der Schulung können die Teilnehmenden im Unternehmen als erste Ansprechperson dienen, wenn plötzlich ein Pflegefall in der Familie auftritt. Sie kennen wichtige Pflegeleistungen, Unterstützungsmöglichkeiten, Anlaufstellen sowie betriebsinterne Regelungen rund um das Thema Pflege.
Damit sollen Beschäftigte schneller Orientierung erhalten und besser einschätzen können, welche Hilfen ihnen zur Verfügung stehen.
Neuer Online-Kurs startet am 1. Juni
Der nächste kostenfreie Online-Kurs zur Qualifizierung als betriebliche Pflegelotsin oder betrieblicher Pflegelotse findet vom 1. bis 26. Juni statt.
Der Kurs vermittelt grundlegendes Wissen zur Pflege. Insgesamt umfasst er sieben Module, die jeweils zwischen 15 und 45 Minuten dauern. Die Gesamtdauer liegt bei rund drei Stunden.
Während des Kurszeitraums können die Teilnehmenden flexibel auf die virtuellen Lerninhalte zugreifen und die Module im eigenen Tempo absolvieren.
Interessierte können sich über das Online-Formular auf der Website der ThAFF unter thaff-thueringen.de anmelden.
Pflege betrifft immer mehr Menschen
Nach Angaben der AOK PLUS hatten sich bereits im Jahr 2025 mehr als 800 Menschen für die Kurse der AOK PLUS und der ThAFF angemeldet.
Die Weiterbildung ist für Unternehmen jeder Größe relevant. Allein in Thüringen lebten im vergangenen Jahr rund 107.000 AOK PLUS-Versicherte mit einem Pflegegrad. Mehr als 93.000 von ihnen wurden zu Hause oder teilstationär gepflegt.
Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels kann betriebliche Unterstützung beim Thema Pflege helfen, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Gesundheit von Mitarbeitenden langfristig zu sichern.