Kleine Nöbdenitzer Eichen wachsen im Altenburger Land

Thümmeleichen-Projekt trägt Früchte – 55 Jungbäume bereits gepflanzt

Pflanzung einer Thümmeleiche in Trebula mit dem Besitzer Gabriel Kinzel. (Foto: Thomas Neidhardt)
Pflanzung einer Thümmeleiche in Trebula mit
dem Besitzer Gabriel Kinzel. (Foto: Thomas Neidhardt)

Sie sind die Nachkommen eines der bekanntesten Naturdenkmale Mitteldeutschlands: der Tausendjährigen Eiche in Nöbdenitz. Rund zwei Jahre nach ihrer Entnahme gedeihen die jungen „Thümmeleichen“ prächtig – sowohl im Altenburger Land als auch darüber hinaus.

Im April 2023 wurden rund 175 Schößlinge in einem Pflanzcamp aufgezogen. Inzwischen konnten 55 junge Bäume ausgepflanzt werden, berichtet die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Altenburger Land. Die Standorte reichen von Altenburg, Lucka, Mehna und Trebula bis nach Gotha, Crimmitschau, Halle und Geithain.

Stolze Baumpaten

Die Besitzer der jungen Eichen melden sich regelmäßig bei Forstassessor Thomas Neidhardt, der das Projekt betreut. „Nach nunmehr 14 Monaten in Ponitz hat unser kleiner Setzling Fuß gefasst“, schreibt ein Ehepaar an die Behörde. Auch aus weiter entfernten Regionen wie München gibt es Anfragen – aktuell allerdings noch nicht realisierbar, da Pflanzung und Transport von Neidhardt persönlich begleitet werden müssen.

Erinnerung an Hans Wilhelm von Thümmel

Das Projekt knüpft an den 200. Todestag von Hans Wilhelm von Thümmel im Jahr 2024 an. Der sachsen-gotha-altenburgische Minister hatte sich 1824 unter der Nöbdenitzer Eiche bestatten lassen. Bis heute rankt sich um ihn die Legende, er wolle seinen Nachkommen aus dem Blätterdach zuflüstern.

Im Rahmen des „Thümmel-Jahres“ fanden zahlreiche Pflanzaktionen statt – unter anderem mit Schülerinnen und Schülern der Regelschule Dobitschen oder im März 2024 bei einer Osterpflanzung in Lucka, an der auch der damalige Umweltminister Bernhard Stengele teilnahm.

Nachhaltiges Projekt

Auch nach dem Jubiläumsjahr bleibt die Nachfrage nach den „kleinen Nöbdenitzern“ groß. Zahlreiche Anfragen sind noch in Bearbeitung, und die Setzlinge finden Schritt für Schritt neue Standorte. Mit ihrer Auspflanzung wächst nicht nur ein Stück Naturgeschichte, sondern auch das lebendige Andenken an die berühmte Nöbdenitzer Eiche.

Jetzt mehr erfahren – Alle Infos zum Projekt beim Landratsamt Altenburger Land, Fachdienst Natur- und Umweltschutz Tel.: 03447 586-496 | E-Mail: umwelt@altenburgerland.de

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