Schnitzkunst in Altenburg: Tagung beleuchtet spätmittelalterliche Meisterwerke

„Mehr Geld – mehr Gold – mehr Seelenheil?“: Barbarossa-Stiftung lädt zur wissenschaftlichen Tagung nach Altenburg

Barbarossa reitet durch seine Stadt (Foto: ABG-Info)
Barbarossa reitet durch seine Stadt (Foto: ABG-Info)

Die Altenburger Residenzstadt rückt erneut in den Fokus kunsthistorischer Forschung: Vom 12. bis 13. September 2025 veranstaltet die Barbarossa-Stiftung Altenburg im Bachsaal des Residenzschlosses eine hochkarätig besetzte wissenschaftliche Tagung zur spätmittelalterlichen Schnitzkunst in Altenburg. Unter dem programmatischen Titel „Mehr Geld – mehr Gold – mehr Seelenheil?“ nähern sich renommierte Kunsthistoriker:innen und Expert:innen aus ganz Deutschland erstmals interdisziplinär der einzigartigen Werkstattkultur der Skatstadt um das Jahr 1500.

Mit Künstlerpersönlichkeiten wie Jakob Naumann (tätig zwischen 1502–1510) und Franz von Geringswalde (1508–1519) galt Altenburg damals als ein Zentrum hochwertiger sakraler Schnitzkunst. Noch heute sind ihre Altarretabel in Dorfkirchen der Region – etwa in Neukirchen-Oberwiera, Langenchursdorf, Langenberg oder Meerane – erhalten. Ein Glücksfall für die Kunstgeschichte Ostthüringens.

Tagung mit Fragen an Geschichte, Kunst und Frömmigkeit

Die Tagung wirft zentrale Fragen auf:
Wer waren die Auftraggeber dieser oft voluminösen Kunstwerke? Was sagen Rechnungsbücher über Preise und Materialeinsatz aus? Welche Rolle spielte der Glaube – oder vielmehr das Streben nach Seelenheil durch künstlerische Investition?

Im Mittelpunkt steht der Vergleich mit gleichzeitigen Werkstätten – etwa in Saalfeld oder Erfurt – sowie die Frage nach der Verkörperung spätmittelalterlicher Frömmigkeit in der Kunst. Erschöpfte sich die Religiosität in einem „Mehr“ an Gold und Pracht? Oder erzählen die Werke mehr über Spiritualität, als bisher angenommen?

Anmeldungen zur Tagung bis zum 10. September per Mail an info@barbarossa-stiftung.de. Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Den musikalischen Rahmen liefert das Konzert „Musik als Seelenheil“ am Freitagabend (12. September, 20 Uhr) in der Schlosskirche Altenburg. Die Sopranistin Benita Borbonus und ein Ensemble unter der Leitung von Johannes Unger (Lübeck) präsentieren sakrale Musik des 16. und 17. Jahrhunderts – u. a. von Orlando di Lasso, Simonie Vesi und Adrian de Willaert.

Der Eintritt ist für Tagungsteilnehmer kostenlos. Reguläre Karten sind für 15 Euro (zzgl. VVK) an der Museumskasse des Schlosses, bei der Tourismusinformation Altenburger Land oder an der Abendkasse erhältlich.

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