AOK PLUS fordert nach Beitragsstabilisierung weitere Reformen
Die AOK PLUS bewertet den Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als wichtigen, aber nicht ausreichenden Schritt. Ausgaben und Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung müssten dauerhaft stärker in Einklang gebracht werden.
„Mit diesem Gesetz wird ein überfälliger Ausgaben-Anker gesetzt“, erklärt Ilona Wojnowski, Vorständin der AOK PLUS. Stabile Beiträge und eine gute Versorgung ließen sich nur verbinden, wenn die Ausgaben nicht dauerhaft stärker steigen als die Einnahmen.
Für Sachsen und Thüringen seien bezahlbare Zusatzbeiträge besonders wichtig. Zwar schloss die AOK PLUS das Jahr 2025 mit einem Überschuss ab, dieser entsprach rechnerisch jedoch nur den Ausgaben für fünf Tage Gesundheitsversorgung.
Nach Ansicht der AOK PLUS kann das Gesetz kurzfristig entlasten, löst aber nicht die strukturellen Finanzierungsprobleme. Deshalb seien weitere Reformen notwendig. Dabei müssten Versorgung, Finanzierbarkeit und der Nutzen für die Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt stehen.
Die AOK PLUS fordert außerdem eine gerechtere Verteilung der Kosten. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben sollten aus Steuermitteln finanziert werden. Besonders bei den Gesundheitskosten von Grundsicherungsbeziehenden müsse der Bund verlässlich Verantwortung übernehmen.
„Jetzt braucht es einen verbindlichen Fahrplan für Strukturreformen, die Versorgung verbessern, vorhandene Mittel wirksamer einsetzen und Beiträge dauerhaft bezahlbar halten“, so Wojnowski.
Die AOK PLUS versichert rund 3,5 Millionen Menschen in Sachsen und Thüringen. Das Haushaltsvolumen für 2026 beträgt insgesamt 23,5 Milliarden Euro.