Krankenstand in Thüringen sinkt leicht – Langzeiterkrankungen sorgen für viele Fehltage
Der Krankenstand in Thüringen ist unter den bei der AOK PLUS versicherten Beschäftigten im ersten Halbjahr 2026 leicht zurückgegangen. Nach dem aktuellen Gesundheitsbericht der Krankenkasse lag er bei 7,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 7,6 Prozent.
Auch der Anteil der Beschäftigten mit mindestens einer Krankschreibung sank. Von Januar bis Juni 2026 waren 56,7 Prozent der bei der AOK PLUS versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Thüringen mindestens einmal arbeitsunfähig geschrieben. Im Vorjahreszeitraum waren es 58,9 Prozent.
Durchschnittlich konnten die Beschäftigten innerhalb des ersten Halbjahres an mehr als 13 Kalendertagen krankheitsbedingt nicht arbeiten.
Langzeiterkrankungen verursachen 40 Prozent der Fehltage
Trotz des leichten Rückgangs sieht die AOK PLUS die Fehlzeiten weiterhin auf einem hohen Niveau. Besonders ins Gewicht fallen länger dauernde Erkrankungen.
Die durchschnittliche Krankheitsdauer betrug gut elf Kalendertage. Die meisten Beschäftigten waren spätestens nach sieben Kalendertagen wieder arbeitsfähig. 4,2 Prozent der Krankheitsfälle dauerten jedoch länger als sechs Wochen. Diese Langzeiterkrankungen waren für 40 Prozent aller Fehltage verantwortlich.
„Der leichte Rückgang ist erfreulich. Gleichzeitig liegen die Fehlzeiten weiterhin auf einem hohen Niveau“, erklärt AOK-PLUS-Vorstand Dr. Stefan Knupfer. Die Zahlen zeigten aus seiner Sicht, wie wichtig es sei, Gesundheit frühzeitig zu stärken und Risiken zu reduzieren.
Atemwegserkrankungen besonders häufig
Bei den Ursachen der Krankschreibungen lagen Atemwegserkrankungen mit 24,9 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle an erster Stelle. Danach folgten Muskel- und Skeletterkrankungen mit 13 Prozent, Verdauungserkrankungen mit 7,9 Prozent und Verletzungen mit 5,9 Prozent.
Betrachtet man dagegen die Zahl der Krankheitstage, verursachten Muskel- und Skeletterkrankungen mit 18,9 Prozent den größten Anteil der Fehlzeiten.
Jena mit niedrigstem Krankenstand
Regional zeigen die AOK-PLUS-Daten deutliche Unterschiede. Den niedrigsten Krankenstand in Thüringen verzeichnete im ersten Halbjahr Jena mit 6,5 Prozent. In Greiz waren es 6,9 Prozent und in Gera 7,0 Prozent.
Die höchsten Werte wurden für Nordhausen mit 8,2 Prozent und Hildburghausen mit 8,1 Prozent ausgewiesen. Gotha und der Kyffhäuserkreis folgten mit jeweils 7,9 Prozent.
Eine gesonderte Zahl für das Altenburger Land wird in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt.
Thüringen weiterhin über dem Bundesdurchschnitt
Der rückläufige Krankenstand entspricht laut AOK PLUS einem bundesweiten Trend. Bei allen AOK-versicherten Beschäftigten in Deutschland sank der Wert von 6,6 auf 6,4 Prozent. Thüringen liegt mit seinen 7,4 Prozent damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt.
Grundlage der Auswertung sind die Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 444.500 AOK-PLUS-versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Thüringen.
Die Gesundheitskasse verweist angesichts der Ergebnisse insbesondere auf Prävention, Vorsorge und Betriebliches Gesundheitsmanagement. Unternehmen könnten damit gesundheitliche Belastungen frühzeitig erkennen und die Arbeitsbedingungen entsprechend gestalten.