Thüringen schläft zu wenig: Viele nehmen Schlafprobleme einfach hin
AOK-Umfrage zeigt: 71 Prozent schlafen weniger als sieben Stunden pro Nacht
Thüringen. Viele Menschen in Thüringen schlafen zu wenig oder leiden unter Schlafproblemen. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK PLUS. Demnach schlafen 71 Prozent der Befragten weniger als sieben Stunden pro Nacht, 33 Prozent sogar weniger als sechs Stunden. Gleichzeitig berichten 59 Prozent von wiederkehrenden Problemen beim Ein- oder Durchschlafen oder davon, zu früh aufzuwachen. Eingefügtes Markdown
Mehr als jeder Vierte, insgesamt 28 Prozent, bewertet die eigene Schlafqualität als schlecht. Frauen sind mit 34 Prozent deutlich häufiger unzufrieden mit ihrem Schlaf als Männer mit 23 Prozent. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die Bedeutung von Schlaf groß: 89 Prozent halten guten Schlaf für wesentlich für Gesundheit und Wohlbefinden.
Durchschlafprobleme besonders häufig
Unter den Menschen mit Schlafproblemen geben 77 Prozent an, Schwierigkeiten beim Durchschlafen zu haben. Knapp die Hälfte hat Probleme beim Einschlafen, fast jeder zweite Betroffene wacht früher auf als gewünscht.
Die Folgen reichen häufig bis in den nächsten Tag. Genannt werden unter anderem Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit sowie eine geringere Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Auch Gereiztheit und Konzentrationsprobleme treten auf.
Stress ist häufigste Ursache für schlechten Schlaf
Als häufigsten Grund für Schlafprobleme nennen die Befragten Stress im Alltag oder Beruf. 63 Prozent führen ihre Schlafprobleme darauf zurück.
Weitere genannte Ursachen sind eine unangenehme Raumtemperatur mit 42 Prozent, körperliche Beschwerden mit 40 Prozent sowie Lärm und störende Umgebungsgeräusche mit 36 Prozent. Existenzielle Sorgen oder Zukunftsängste nennen 28 Prozent.
Die AOK PLUS verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf ihr Online-Programm „Stress im Griff“ sowie Gesundheitskurse zu Yoga, Achtsamkeit und Progressiver Muskelrelaxation.
Viele kennen die Regeln – setzen sie aber nicht um
Die Umfrage zeigt zugleich eine deutliche Lücke zwischen Wissen und Alltag. 95 Prozent der Befragten wissen, dass eine ruhige Umgebung den Schlaf fördern kann. 94 Prozent nennen eine angenehme Raumtemperatur, 89 Prozent regelmäßige Schlafenszeiten.
Auch der Einfluss digitaler Geräte ist vielen bekannt: 68 Prozent wissen, dass bildschirmfreie Zeit vor dem Schlafengehen hilfreich sein kann. Dennoch nutzen 78 Prozent kurz vor dem Schlafen digitale Geräte. Nur 31 Prozent reduzieren ihren Medienkonsum vor dem Zubettgehen bewusst.
Viele Betroffene suchen keine Hilfe
Auffällig ist auch, dass 36 Prozent der Menschen in Thüringen glauben, ihre Schlafqualität nicht selbst beeinflussen zu können.
Von denjenigen, die in den vergangenen drei Monaten unter Schlafproblemen litten, haben 61 Prozent keine ärztliche oder psychologische Hilfe gesucht und ziehen dies auch nicht in Erwägung.
Dr. Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS, appelliert deshalb daran, anhaltende Schlafprobleme ernst zu nehmen. Gerade wenn Beschwerden länger bestehen und den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten Betroffene ihre Symptome ärztlich abklären lassen.
AOK startet Kampagne zu Stress und Schlaf
Mit der bundesweiten Kampagne „Nimm den Stress nicht mit ins Bett“ möchte die AOK auf den Zusammenhang zwischen Stress und Schlafproblemen aufmerksam machen.
Im Mittelpunkt stehen praktische Ansätze, die sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lassen. Die Kampagne ist Teil einer Gesundheitsinitiative der AOK PLUS für ihre rund 3,5 Millionen Versicherten.
Für die Umfrage wurden 522 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in Thüringen ab 18 Jahren befragt.