Teilzeitjobs im Altenburger Land
Rund 8.800 Menschen im Landkreis Altenburger Land arbeiten in Teilzeit. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Thüringen unter Berufung auf Zahlen der Arbeitsagentur mitteilt, sind 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten Frauen. Bei den Vollzeitstellen liegt der Frauenanteil hingegen bei lediglich 33 Prozent.
Für Jens Löbel von der NGG Thüringen ist klar: „Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung.“ Wer nicht Vollzeit arbeite, habe aktuell weniger Einkommen und später geringere Rentenansprüche. Teilzeitarbeit sei keine Bequemlichkeit, sondern für viele Beschäftigte im Altenburger Land die Voraussetzung, um Beruf, Familie und die Pflege von Angehörigen miteinander vereinbaren zu können.
Kritisch äußert sich die Gewerkschaft zu einem Antrag des Wirtschaftsflügels der CDU, der auf dem Parteitag der CDU am 20. und 21. Februar in Stuttgart beraten werden soll. Demnach sollen Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, stärker in Richtung Vollzeit gedrängt werden. Löbel spricht in diesem Zusammenhang von fehlendem sozialen Gespür.
Die NGG Thüringen appelliert an die CDU im Kreis Altenburger Land sowie an die Delegierten aus der Region, den Antrag zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag nicht zu unterstützen. Es bringe nichts, Beschäftigte zum Vollzeitpensum zu drängen. Wer etwa Angehörige pflege, könne nicht ohne Weiteres mehr Arbeitsstunden übernehmen. Dafür brauche es eine bessere Infrastruktur in der Pflege.
Zugleich betont die Gewerkschaft: Wer Vollzeit arbeiten könne, solle sich nicht mit einem Teilzeitjob zufriedengeben. Arbeitgeber im Altenburger Land warnt die NGG davor, Beschäftigte – insbesondere Frauen – in Teilzeit zu drängen. Häufig würden sogar ausschließlich Teilzeitstellen ausgeschrieben. „Wir brauchen ein Recht auf Vollzeit“, so Löbel.