Riesiger Erdwall am Lindenau-Museum: Das steckt dahinter
Mikropfähle am Lindenau-Museum erfordern aufwendige Vorbereitungen

Altenburg. Wer derzeit am Lindenau-Museum vorbeikommt, dürfte sich über den riesigen Erdwall direkt vor dem Gebäude wundern. Dort, wo künftig das neue Stadtgeschoss entstehen soll, wurden rund 650 Kubikmeter Erde aufgeschüttet. Der Grund dafür sind noch ausstehende Arbeiten an den Fundamenten des Museums.
Bereits 2023 wurden die Fundamente des Lindenau-Museums mit einem Düsenstrahlverfahren stabilisiert und statisch ertüchtigt. Im Bereich des Mittelrisalits an der Gabelentzstraße konnten damals jedoch noch keine Mikropfähle eingebracht werden.
Wie Eliesa Oppel, Architektin im Fachdienst Hochbau- und Liegenschaften des Landratsamtes und mitverantwortlich für das Sanierungsprojekt, erklärt, befand sich dort zu diesem Zeitpunkt noch die historische Treppenanlage. Dadurch fehlte der notwendige Platz, um das Bohrgerät an das Gebäude heranzuführen.
Inzwischen wurde die Treppe für das geplante Stadtgeschoss entfernt. Damit können nun auch die bislang ausstehenden Fundamentarbeiten durchgeführt werden.
Erdwall dient als Rampe für das Bohrgerät
Die Mikropfähle müssen auf Höhe des Erdgeschosses eingebracht und mit dem bestehenden Fundament verbunden werden. Wegen des Höhenunterschieds ist dafür eine Rampe notwendig. Genau diesem Zweck dient der derzeit weithin sichtbare Erdwall.
Ein Teil des verwendeten Materials stammt aus dem Inneren des Lindenau-Museums. Dort wurden verfüllte Kellerbereiche abgetragen, weil in diesen Räumen künftig Lagerbereiche des Studios entstehen sollen. Weiteres Material stammt von Abtragungen an der West- und Ostseite des Museums sowie von nahegelegenen Baustellen in Altenburg.
Drei Tonnen schweres Bohrgerät soll ins Museum fahren
Mit der Aufschüttung vor dem Gebäude sind die Vorbereitungen jedoch noch nicht beendet. Aus statischen Gründen müssen weitere Pfähle im Oktogon sowie sogenannte Gegenspieler eingebracht werden. Dafür sind auch Bohrungen von der Innenseite des Gebäudes erforderlich.
Das rund drei Tonnen schwere Bohrgerät soll deshalb in das Lindenau-Museum fahren. Damit dies ohne statische Risiken möglich ist, wird im Untergeschoss eine aufwendige temporäre Stützenkonstruktion errichtet.
Die Stützstrukturen werden im Abstand von etwa 60 Zentimetern aufgebaut. Sie sollen das Gewicht des Bohrgeräts aufnehmen und die entstehenden Lasten in die Fundamente des Gebäudes ableiten.
Der Aufbau dieser Tragstruktur ist nach Angaben von Eliesa Oppel nahezu abgeschlossen.
Arbeiten an den Mikropfählen sollen im Oktober beginnen
Im Oktober sollen die Arbeiten an den Mikropfählen sowohl im Inneren des Lindenau-Museums als auch auf der Fassadenseite zur Gabelentzstraße beginnen.
Das Einbringen der Pfähle wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Anschließend soll der große Erdwall vor dem Museum schrittweise wieder zurückgebaut werden. Aushubmaterial, das nicht mehr benötigt wird, wird danach abtransportiert.