Götz-Friedrich-Preis für Elena Maria Artisi

Die Regisseurin Elena Maria Artisi wird mit dem renommierten Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Geehrt wird ihre Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper „Lucia di Lammermoor“ am Theater Altenburg Gera.
Neben Elena Maria Artisi erhält auch Giulia Giammona den Preis für ihre Inszenierung von „Cardillac“ am Staatstheater Meiningen. Der Preis ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert und richtet sich an herausragende Begabungen in der Musiktheaterregie unter 35 Jahren. Die Verleihung findet am 19. November 2026 an der Deutschen Oper Berlin statt.
Die Inszenierung von „Lucia di Lammermoor“ feierte am 24. Oktober 2025 im Großen Haus Gera Premiere. Sie wurde von Publikum und Kritik positiv aufgenommen.
Elena Maria Artisi erzählt das Werk aus der Perspektive der Titelfigur Lucia, die in einer patriarchal geprägten Welt zunehmend isoliert wird. Damit verbindet die Inszenierung Donizettis Oper mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Themen wie häuslicher Gewalt und der Debatte um Femizide.
Artisi erklärte, es sei ihr ein Herzensanliegen gewesen, Lucias vermeintlichen Wahnsinn als Rebellion gegen ein gewaltvolles System zu zeigen. Die gelungene Umsetzung verdanke sie dem Ensemble, der Zusammenarbeit mit Bühnenbildnerin Mirjam Miller sowie dem Vertrauen des Hauses.
Auch Generalintendant Kay Kuntze gratulierte der Regisseurin. Er würdigte, dass Artisi bereits mit ihrer ersten Regiearbeit eines abendfüllenden Stückes ausgezeichnet werde. Ihr sei es gelungen, ein klares thematisches Anliegen zu einem konsistenten Konzept zu verdichten und mit eigener inszenatorischer Handschrift umzusetzen.
Kuntze betonte zudem, dass gleich zwei Thüringer Theater den Preis teilen. Dies sei ein starkes Signal dafür, dass junge Talente in Thüringen Vertrauen und gute künstlerische Entwicklungsmöglichkeiten finden können.