Talsperre Windischleuba: Sedimentproben werden im Labor untersucht

Untersuchungen zu möglichen Schadstoffen dauern an

Landratsamt Altenburger Land
Landratsamt Altenburger Land

Sind Schlamm und Sand der Talsperre Windischleuba mit Schadstoffen wie Schwermetallen oder radioaktiven Rückständen belastet? Diese Frage beschäftigt seit längerem Bürgerinnen und Bürger in Windischleuba und Fockendorf. Der Fachdienst Natur- und Umweltschutz des Landratsamtes Altenburger Land informiert nun über den aktuellen Stand der Untersuchungen.

Hintergrund ist die Annahme, dass ab den 1950er Jahren unzureichend oder gar nicht geklärte Abwässer aus Textilbetrieben in Meerane, Crimmitschau und Gößnitz über die Pleiße in das Staugewässer gelangten. Die darin enthaltenen Stoffe könnten sich über Jahrzehnte insbesondere im Bereich der Staumauer abgelagert haben.

Historische Erkundung zeigte weiteren Untersuchungsbedarf

Eine erste Historische Erkundung, die vom Landratsamt beauftragte das Sachverständigenbüro SAKOSTA, kam im Oktober 2022 zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit mit verschiedenen Schadstoffen im Bereich der Talsperre zu rechnen ist. Das Gutachten empfahl ausdrücklich weiterführende Untersuchungen.

Die Ergebnisse wurden der Bürgerinitiative Talsperre Windischleuba übergeben und sind gemäß dem Thüringer Umweltinformationsgesetz öffentlich einsehbar.

Fördermittel ermöglichen Bodenbohrungen

Auf Grundlage dieser Erkundung stellte das Landratsamt Anfang 2023 einen Fördermittelantrag beim Freistaat Thüringen, um die Sedimente der Talsperre mittels Bodenbohrungen genauer untersuchen zu lassen. Im Mai 2024 wurde ein Förderbescheid in Höhe von rund 197.000 Euro bewilligt.

Vor Beginn der Arbeiten waren umfangreiche Abstimmungen mit dem Eigentümer der Talsperre erforderlich. Zudem mussten vergaberechtliche Vorgaben eingehalten und verschiedene Genehmigungen eingeholt werden.

Bohrungen im Herbst 2025 abgeschlossen

Da die Talsperre Windischleuba als Vogelschutzgebiet unter europäischem Naturschutzrecht steht, durften die Bohrungen nur außerhalb der Brutzeit erfolgen. Die Probennahmen konnten schließlich im Herbst 2025 durchgeführt und abgeschlossen werden. Die Bürgerinitiative wurde im Vorfeld über das Probenprogramm informiert.

Die entnommenen Sedimentproben werden derzeit in einem zugelassenen Labor auf ein umfangreiches Schadstoffspektrum untersucht. Die Ergebnisse fließen in eine Gefährdungspotentialanalyse, die vom beauftragten Sachverständigenbüro erstellt wird.

Ergebnisse werden öffentlich gemacht

„Bei der datenbasierten Beurteilung der Gefährdungssituation ist höchste Sorgfalt geboten. Es ist uns sehr wichtig, Spekulationen und Mutmaßungen mit Sachlichkeit entgegenzutreten“, erklärt Birgit Seiler, Leiterin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz. Über die Ergebnisse der Analyse soll die Öffentlichkeit umfassend informiert werden.

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